Am nächsten Tag ging es dann raus aus den dicht besiedelten Gebieten und ab ins Hinterland. Doch zuerst mussten wir uns bzw. die auserkorenen Fahrer mit Hilfe ihrer Copiloten sich mit den Straßenverhältnissen und -gepflogenheiten zurechtfinden, was sich als nicht unbedingt einfach herausstellte. Doch nach so manch verpasster Ausfahrt und gelegentlichen „Oida, auf da linken Seit foahn!!“-Schreien, schafften wir es dann doch noch unbeschadet in die weniger bevölkerten Areale unseres Tourplanes. Ist halt alles ein Lernprozess. Ab da ging es dann zügig auf den ausladend gebauten Straßen dahin, bis wir sprichwörtlich am Ende angelangt waren. Am Meer nämlich. Und obwohl sich aufgrund der nicht unbedingt typisch australischen Temperaturverhältnisse nicht so richtig Badestimmung einstellen mochte, flößte uns die unfassbare Aussicht doch einiges an Erfucht ein.

Auf der Fahrt zu unserem zweiten Campingplatz wurde dann erstmal ausgelassen gefeiert, diverse Biere und Whiskeys vernichtet und in voller Lautstärke einige Gassenhauer wie „My Boney is over the Ocean“, „Bycicle“ oder „Fuck her gently“ geträllert und spätestens bei unserer Ankuft stellte sich das heiß ersehnte Austalien-Feeling ein.
Wir bekamen nämlich die ersten Koalas zu Gesicht. Diese wurden von uns zu Anfang vor allem mit ungläubigen Blicken beäugt („Is des a Stoffviech?“), da sich ihr Bewegungssdrang hauptsächlich darauf beschränkte, sich mit Eucalyptus vollzustopfen. Ein Koalaweibchen hatte sogar ihr Junges dabei, welches sich herzerweichend an seine Mutter klammerte, was bei Ines etwas höhere, für das menschliche Ohr kaum noch hörbare „Moooiiii!!“-Laute auslöste.


Am darauffolgenden Tag ging es dann ab Richtung NAME Jungle, ein gigantischer Regenwald mit Eucalyptusbäumen, welche bis zu 100m hoch werden können. Zu unserem Erstaunen waren die Dinger auch noch innen Hohl und bei ausreichender Größe praktisch bewohnbar. Dort gab es auch lustige Farne zu bestaunen, welche aus den Baumstümpfen längst verstorbener Bäume wuchsen. Die Sportler unter uns ließen sich es auch in diesem Dickicht nicht nehmen, auszuprobieren, ob sie einige präzise Schüsse mit dem Football hinkriegen würden („Der Boi lond mit 90 prozentiger Sicherheit im Urwoid.“).

Anschließend durften wie die „Twelve Apostel“ (voll die Verarsche, das sind eigentlich nur noch 6!!) bewundern. Riesige, an der Küste gelegene Gesteinsbrocken, die vor allzu, allzu langer Zeit noch Teile der Küste gewesen sein dürften, durch Erosion inzwischen aber zu majestätischen Gebilden mitten im Meer geworden waren. Die „Gibson Steps“, eine Treppe entlang den gigantischen Klippen hinunter, hinabgestiegen, konnten wir noch gemütlich dabei zusehen, wie ein paar Angler versuchten, in der Brandung nach Essbarem zu fischen. Wie das bei dem Wellengang funktionieren soll, fragt wen anderen, aber die Typen werdens schon wissen.
Nachdem der Treibstoff nicht mehr ausreichte, um einen Campingplatz anzufahren und alle Tankstellen bereits geschlossen waren, stand uns die erste Nacht mit Wildcampen bevor...naja...so wild wars dann auch nicht, wir standen da halt an irgend einem Parkplatz in irgendeinem Kaff mit geschätzten 5 Einwohnern.
Spruch des Tages (bzgl. Koalas): „Hoi ma an Football und schiaß mas ocha!“ (Chris)