Freitag, 17. September 2010

Klettergebiet in den Grampians – Backwall

Autor: Chris
Nach einer ruhigen Nacht im Nationalpark war es dann endlich so weit und es durften auch mal die Kletterherzen unter uns zu pochen beginnen. Eifrig packten wir unsere Rucksäcke – Kletterpatschei, Sitzgurt, Seile, Karabiner, Expressschlingen, Wasser und nicht zu vergessen eine große Portion gute Laune. Das Wetter war auf unserer Seite, kühl und trocken.


Angekommen im Gebiet (Name?) machten wir uns voller Erwartung auf Erkundungstour. Ein toller Anblick dieser, mit roten Streifen durchsetzte, Kalkstein, zerklüftet und ausgewaschen vom Regenwasser. Die Steinkundigen unter uns glaubten es als Karstgestein bezeichnen zu können. Dieser Fels bietet an manchen Stellen tausende fein untergliederte, kantige Griffe und ist zum Großteil doch glatt wie ein Babypopo. Zu unserem Leid mussten wir gleich zu Beginn feststellen, dass die Aussies hier keine Einbohrhaken haben, nur ganz rar findet man einzelne, also schätzungsweise im ganzen Gebiet drei ;). Nichts destotrotz, der alte Haudegen Hubert, der erfahrenste Alpinist unter uns Jungfrauen, hatte sofort eine Lösung zum Problem parat; Toprope (Das Seil wird sozusagen am Gipfel befestigt.).
Über Umwegen erreichten Chris und Hubert das Top der Routen auch ohne Seil und  nutzten den zerklüfteten Fels als Sicherung. Chris meinte: „Gut, dass das die Anderen nicht sehen!“ Von diesem Stand konnten wir einige schöne top rope Touren klettern.



Später positionierten die Fanaten das Top nocheinmal neu, um zwei „Bonusrouten“ klettern zu können. Als schlussendlich doch noch allen die Kraft und die Muse ausging, machten wir uns auf in das kleine Städtchen Horsham um bei Moe`s, dem Mexikaner, ein paar Taccos zu uns zu nehmen. Zu unserem Bedauern war der ziemlich teuer und die Portionen glichen uns ausgehungerten, kraftlosen Europäern einer Kinderportion. Das passte irgendwie so gar nicht zu den sonst so amerikanisch angehauchten Dimensionen der Australier. Dafür gab es dann, als Sahnehäubchen auf dem Eis – weil zur Kirsche wären wir einfach nicht gekommen – einen Donut. Es sei an dieser Stelle angemerkt, für sechs ausgewachsene Ösis kann man schon mal für 270 AUD Essen kaufen. Auch wenn einem das auf den ersten Blick als viel erscheint, das sind ca. 30 Euro pro Person. Damit sind vier Tage voller Bauch (bei gutem Koch mit Kirsche ;) ) garantiert. Wie immer, leben wir Studierenden, ein bescheidenes und verarmtes Schlampenleben (Mamma´s, Papa´s bitte gebt uns mehr Geld, denn die Nacht ist Teuer) **schmunzel**. Alle todmüde und vollgepumpt mit Glücksgefühlen vom schlussendlich doch noch reichlichem Essen bewegten wir uns einige Kilometer nördlich von Horsham zu einer kleinen Kreuzung auf einer Schotterstraße wo wir unser Lager aufschlugen.

Spruch des Tages: „Do drüben is ob sofort a  „restricted area“! Des güt für olle!“ (Insiderscherz)

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